Rezension: »Love factually« von Penny Reid

Hey meine Lieben!

Weil es schon etwas her war, seit ich mich das letzte mal für ein Rezensionsexemplar auf Vorablesen.de beworben habe, hab ich einfach mal wieder mein Glück versucht – und tatsächlich stand das Glück auf meiner Seite, denn nur wenige Tage später konnte ich mir „Love factually“ als E-Book herunterladen.

Zur Rezension von Band 2

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir über Vorablesen.de vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Dies hat keinen Einfluss auf meine ehrliche Meinung und den Inhalt der Rezension.


Allgemeine Informationen

Titel: Love factually
Autorin: Penny Reid
Übersetzung: Peter Groth
Genre: Liebesroman
Format: E-Book
Seiten: 390 (auf meinem E-Reader)
ISBN: 978-3-95818-519-7
Verlag: Forever
Reihe: Knitting in the City / Bd. 1
gelesen: 10.04.20 bis 13.04.20


Inhalt

Nachdem Janie Morris am selben Tag Freund, Wohnung und Job verloren hat, fragt sie sich wirklich, welchen fiesen Plan das Schicksal für sie vorgesehen hat. Zu allem Überfluss ist Quinn Sullivan, der äußerst attraktive Securitymann, auch noch Zeuge ihres blamablen Abgangs. Und läuft ihr danach ständig über den Weg. Wie ein Paar Schuhe, das man gerne hätte, sich aber nicht leisten kann. Doch das letzte, was Janie von ihm erwartet hätte, ist ein Angebot, das sie einfach nicht ablehnen kann.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Als erstes zum Cover, das wirklich großartig aussieht. Ich mag ja bei Büchern, und gerade bei New Adult und Liebesromanen, sehr gern abstrakte Formen und die sind hier enthalten. Nebenbei glitzert die Schrift auch noch, was auf dem Foto jetzt nicht so gut rüberkommt, aber selbst im Schwarz-Weiß-Modus auf meinem E-Reader ist das zu erkennen. Also: was das Cover betrifft, habe ich keine Kritikpunkte zur Gestaltung.

„Ich habe kein Verlangen danach, jedermanns Bullshit schönzureden. Ich werde nicht entschuldigen, wie sie die Menschen um sich wie Müll behandeln.“

Seite 186-187

Kommen wir nun zur Innengestaltung. Insgesamt ist alles recht einfach gehalten, auch die Kapitelüberschriften sind nichts Besonderes, aber das ist kein Kritikpunkt, weil es irgendwie zur Geschichte passt – ich kann das selbst gar nicht so gut beschreiben. Na ja, auf jeden Fall sollten jedoch die epub-Versionen noch mal überarbeitet werden. Ich weiß nicht, ob das sowieso noch geändert werden sollte, aber ich gehe mal von meinem Stand der Dinge aus. Hier waren nämlich die Abstände zwischen den Absätzen viel zu groß, und wenn es einen Zeitsprung gab, gab es statt einem großen Absatz einen Strich, der den einen Teil vom anderen Teil abgetrennt hat. Hier wäre meiner Meinung nach die ursprüngliche Formatierung besser gewesen, aber ich weiß natürlich nicht, wie das beim Buch oder so aussieht.


Der Erzählstil

Ich war sehr überrascht, als ich die ersten Kapitel gelesen habe. Ursprünglich dachte ich, dass der Schreibstil eher … ruhig und irgendwie gewöhnlich wäre, aber da habe ich mich eindeutig geschnitten. Stattdessen hat Penny Reid einen Schreibstil, an dem man sie wirklich erkennen kann, zumindest bei diesem Buch, und ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass das in ihren anderen Büchern auch der Fall ist. Na ja, ich rede um den heißen Brei herum; insgesamt ist die Sprache im Buch sehr humorvoll und noch viel sarkastischer, also genau etwas für mich. Es gab so viele Stellen, an denen ich schmunzeln oder gar grinsen musste, und schon die Anfangsszene war einfach der Hammer (lest euch mal eine Leseprobe durch!).

Vielleicht las ich einfach zu viel Science-Fiction und zu viele Comics, doch Handys erinnerten mich irgendwie an die Gehirnimplantate im Roman Neuromancer.

Seite 28

Ansonsten hat man sehr schnell beim Lesen gemerkt, dass Janie sehr intelligent ist. Leider war das am Anfang sehr verwirrend, weil man Janie noch gar nicht kannte und auch noch keine Möglichkeit hatte, sie kennenzulernen, und dann strotzte der Text sozusagen nur vor Wörtern wie „ethnografisch“ oder ähnlichen Begriffen.

Im Laufe des Buches hat man sich daran jedoch gewöhnt, und da trotzdem immer dieser Sarkasmus und der Humor aus dem Text herauszuhören war, hat das Lesen trotzdem Spaß gemacht. Nichtsdestotrotz wirkten die ganzen sehr sarkastischen und humorvollen Passagen manchmal ein bisschen zu übertrieben – da hätte ich mir manchmal doch ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit gewünscht, besonders von Janies Seite. Teilweise waren ein paar Sätze auch zu verschachtelt, und meine Deutschlehrerin hätte gesagt, dass es zu viele Bandwurmsätze darin gibt. Dadurch musste ich ein paar Sätze auch mal doppelt und dreifach lesen, bevor ich wirklich ihren Sinn verstanden habe.

„Wenn ich jemals meine Frau betrügen würde, dann würde sie mir die Eier abschneiden. Wenn Sie diesen Kerl nicht dafür kastrieren wollen, was er Ihnen angetan hat, dann ist er wohl nicht der Richtige.“

Seite 31

Ein Pluspunkt ist aber auf jeden Fall, dass mir überhaupt keine Rechtschreib- oder Tippfehler aufgefallen sind, und wenn welche drin waren, dann hab ich sie einfach übersehen.


Die Handlung

Am Handlungsverlauf habe ich wenig auszusetzen. Die Geschichte hat eine klare Struktur und wurde die ganze Zeit über aus Janies Sichtweise erzählt, obwohl manchmal auch die Perspektive von Quinn ganz nett gewesen wäre – das gibt es dann aber im noch erscheinenden Sequel zu dem Buch, das meines Wissens nach aus Quinns Sicht erzählt wird.

„Ganz offensichtlich macht jeder Fehler, doch wenn man es nur als Fehler ansieht, weil man erwischt wurde, dann ist das schlecht. Doch wenn man erkennt, dass man einen Fehler gemacht hat, weil man den Fehler einsieht und sich dann bemüht, etwas zu ändern, dann ist das gut. Da besteht ein großer Unterschied.“

Seite 106

Es gab auch einige unerwartete Twists, aber trotzdem würde ich von dem Buch nicht als Pageturner sprechen. Klar, 2-3 unerwartete Wendungen waren dabei, aber ansonsten war das Geschehen doch relativ vorhersehbar. Eigentlich war mir von Anfang an klar, was es mit Quinn auf sich hat, wie die Sache mit Janies Schwester Jem aussieht, und manchmal musste ich über die Ahnungslosigkeit der Charaktere einfach nur den Kopf schütteln.

Ansonsten war das Buch aber schon so spannend, dass ich unbedingt weiterlesen musste, je weiter ich vorangekommen bin. Einzig der Anfang hat sich ein bisschen gezogen, weil mich der Schreibstil nicht so ganz überzeugen konnte, aber nach den ersten drei Kapiteln hatte ich mich daran gewöhnt und ich bin durch die Seiten geflogen, wenn auch nicht so, dass ich gar nichts mehr um mich herum wahrgenommen hätte.

„Wir sehen die Stärken und Schwächen bei anderen, die wir nicht in uns sehen oder nicht in uns erkennen.“

Seite 310

Und wie bereits erwähnt, wäre es ganz schön gewesen, wenn einigen Sachen in dem Buch mehr Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit gegenübergebracht worden wäre. Beispielsweise fand ich es irgendwie befremdlich, als irgendwo auf den letzten 100 Seiten dann mal gesagt wurde, dass Steven (Janies Arbeitskollege) Männer datet. Da habe ich natürlich nichts gegen und das gehört mittlerweile einfach zur Gesellschaft dazu, aber da man Steven schon ganz am Anfang des Buches kennenlernt, hätte ich mir gewünscht, dass ein bisschen eher die Sprache darauf gekommen wäre.


Die Charaktere

Die Charaktere in „Love factually“ waren alle wirklich gut und auch interessant ausgearbeitet. Zwar habe ich bei Janies Freundinnen manchmal den Überblick verloren (da gab es nämlich Elizabeth, Ashley, Marie, Sandra, Fiona und noch irgendeine glaub ich), weil diese bis auf Elizabeth immer zusammen aufgetreten sind. Ich denke aber mal, dass sich das in den nächsten Bänden der Reihe ändern wird, weil die nächsten beiden Teile ja aus der Sicht von Elizabeth und Sandra erzählt werden.

„Einer gewinnt immer, einer verliert immer. Ich mag es nicht zu verlieren.“

Seite 157

Janie Morris ist eine sehr vielschichtige Protagonistin, die mir auf Anhieb sympathisch war. Sie erinnert mich an mich selbst mit ihrem Sinn für Humor und ihrer Tollpatschigkeit, wobei sie doch ein wenig intelligenter ist als ich. Wenn sie etwas gesagt hat, dann konnte man davon ausgehen, im nächsten Moment etwas Neues zu lernen – sei es über irgendwelche Sitten und Bräuche oder aber über die Fortpflanzungsmethoden einiger Tiere. Ihr merkt schon, ich hatte sehr viel Spaß, mit Janie zusammen die Geschichte zu erleben.

Quinn Sullivan ist einer meiner Lieblingscharaktere. Er ist eher der verschlossene Typ, der sich sehr distanziert gibt, aber man merkt ihm deutlich an, dass er bei Janie versucht, sich zu verändern. Er wird offener und man erfährt einige sehr interessante Geschichten über ihn und seine Vergangenheit, wodurch auch er ein sehr vielschichtiger Charakter geworden ist.

Daran war gar nichts besorgniserregend. Überhaupt nicht. Nicht im Geringsten.

Seite 178

Insgesamt war Elizabeth meine liebste von Janies Freundinnen. Sie ist so aufgeweckt und sie bedeutet Janie wirklich sehr viel – und umgekehrt ist es genauso. Da sich die Geschichte jedoch größtenteils um Quinn und Janie gedreht hat, waren die anderen Charaktere nicht unbedingt mega vielschichtig ausgearbeitet, weshalb es mir da an Tiefe gefehlt hat. Aber das wird sich hoffentlich im zweiten Teil der Reihe ändern, weil dieser aus Elizabeths Sicht erzählt wird.


Fazit

„Love factually“ ist ein Buch, das ich nicht einfach so in eine Schublade stecken kann, aber ich glaube ehrlich gesagt auch, dass ich nicht noch mal dazu greifen werde – ich weiß selbst nicht, warum. Auf jeden Fall kann ich das Buch auch Jugendlichen empfehlen, die nicht so gern Sex-Szenen lesen, weil diese immer übersprungen wurden.


Meine Bewertung

Gestaltung: 3,5/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 3/5 ⭐

Charaktere: 4/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Viele Grüße und noch schöne Rest-Ferientage,

Lara

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