Rezension: »Drachendunkel – Die Legende von Illestia« von Eyrisha Summers

*Werbung da Rezensionsexemplar*

Mit Sicherheit habt ihr bereits bemerkt, dass sich auf meinem Blog in letzter Zeit so einiges geändert hat. Und ganz aufmerksame Augen haben vielleicht auch gesehen, dass ich mich bei NetGalley angemeldet habe – und hier ist das erste Buch, das ich über NetGalley erhalten habe!

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir vom Carlsen-Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Inhalt

Wenn Finsternis das Herz entzweit …

Drachen kennt Ella nur aus Legenden längst vergangener Zeiten, in denen die Wiesen Illestias noch blühten und das Land fruchtbar war. Bis sie im Wald auf einen Fremden trifft, mit glühenden Augen und von Dunkelheit umhüllt. Razul gehört zum Clan der Weißdrachen und ist gekommen, um ein Opfer zu fordern – Ella. Nur wenn sie ihn auf sein Schloss begleitet, verspricht er, ihr Dorf von Hunger und Kälte zu erlösen. Ella ist fest entschlossen, ihre Familie und Freunde zu retten und lässt sich auf den Handel ein. Doch sie ahnt nicht, wie unberechenbar die Bestie in Razuls Herzen wütet …

Ein abenteuerlicher Fantasy-Liebesroman für Drachenfans!

In der märchenhaft-düsteren Welt von Erfolgsautorin Eyrisha Summers wächst eine starke Heldin über sich hinaus und kämpft leidenschaftlich für die große Liebe. Ein rasanter Pageturner, den man nur schwer wieder aus der Hand legen kann!

Der Mann will dich lieben, doch der Drache will dein Blut!


Allgemeine Informationen

Titel: Drachendunkel – Die Legende von Illestia

Autorin: Eyrisha Summers

Genre: High Fantasy

Format: E-Book

Seiten: 280

Verlag: Carlsen

gelesen: 06.03.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich bin zuerst aufgrund des Covers auf das Buch aufmerksam geworden, das mich sofort auf Anhieb angesprochen hat. Der Titel an sich harmoniert schon wunderbar mit den Farben, und die Tatsache, dass diese ozeangrünen Schuppen auf dem Cover abgebildet sind, und im Hintergrund auch ein Wald „hindurchscheint“, sorgt dafür, dass das Feeling der ganzen Story eigentlich schon beim Anblick des Buches perfekt rübergebracht wird.

Vom Inneren kann ich zwar nicht sagen, dass es super aufwendig gestaltet wurde (also vom Äußeren her, nicht vom Inhalt!), aber an jedem Kapitelanfang sieht man ein Dreieck, das in drei Teile geteilt ist, und das ganze Buch über habe ich mir so ein Drachenherz vorgestellt, weil öfter mal davon die Rede ist, dass ein Drachenherz auch drei Teile hat.

„Der Ruf der Dunkelheit ist nicht so leicht zu ignorieren. Er ist es, der uns zu dem macht, was wir heute sind. Nur ihm obliegt die Macht, uns zu unterwerfen.“

Seite 11

Außerdem waren vor jedem Kapitel Auszüge aus den sogenannten Chroniken der Drachen oder aus dem Hohelied der Drachen, und teilweise waren da auch wirklich schöne Zitate dabei, was das Leseerlebnis noch mal bezaubernder gemacht hat.


Der Erzählstil

Trotz aller Begeisterung, die das Buch und die Geschichte an sich in mir hervorgerufen haben, muss ich zugeben, dass ich nicht von Anfang an super gut mit dem Schreibstil klargekommen bin. Zunächst waren mir da einfach zu viele Namen, von denen ich noch nie gehört hatte – dabei geht es gar nicht mal so sehr um die Namen der Charaktere, sondern vielmehr um die der Orte, deren Namen mir sofort nach dem Beenden des Buches schon wieder entfallen sind.

Als ich mich dann aber ein bisschen darauf eingestellt hatte und auch die Orte auseinanderhalten konnte, habe ich mich auch mehr auf die Geschichte selbst einstellen können. Da ist mir dann besonders aufgefallen, wie viel Liebe zum Detail die Autorin im Erstellen der Fantasywelt bewiesen hat. Sie hat sich wunderbar darauf verstanden, ein klares Bild vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen, und das nur durch Worte. Anfangs hat es mich dann noch gestört, dass ziemlich häufig die Wörter „Iriden“ und „türmen“ vorkamen, weil ich diese einfach nicht so gewöhnt bin, aber letztendlich war das eben auch nur Gewöhnungssache.

„Keine Magie wird verhindern, dass ich in deinem Herzen bin und du in meinem.“

Seite 142

Außerdem wurde stetig eine Spannung aufgebaut, die sich immer weiter zugespitzt hat, und da auch die Gefühle der einzelnen Charaktere so gut ausgedrückt wurden, dass die Welt um mich herum in den Hintergrund getreten ist, während ich alle Emotionen nachempfunden habe.


Die Handlung

Ganz am Anfang hat mich die Geschichte noch ein bisschen an „Das Reich der sieben Höfe“ erinnert, aber ich habe schon bald gemerkt, dass das die einzige Ähnlichkeit ist, die ich zu einem anderen mir bereits bekannten Buch entdeckt habe, und selbst das war eher zufällig – ich suche ja nicht explizit nach Fehlern oder Dingen, die mich stören, wenn ich ein Buch lese.

Der Handlungsstrang, der sich die ganze Zeit über wie ein roter Faden durch die Geschichte geschlängelt hat, war ansonsten wirklich sehr gut ausgearbeitet. Ich wurde als Leserin zunächst auf die Welt vorbereitet. Zwar keinesfalls so, dass alles sofort erklärt wurde, denn einige Dinge sind mir auch erst später klargeworden, aber trotzdem so, dass ich nicht völlig unvorbereitet in die Welt von Ella und Razul eingetaucht bin.

„Ein wahrer Held kämpft für die Sache, ein wahrhaftiges Herz für diejenigen, die in ihm wohnen.“

Seite 186

Ganz am Anfang wurde ich erst ein bisschen mit Ella bekannt gemacht, die in einem kleinen Dorf lebt, das schon seit vielen Jahren keinen Sommer mehr erlebt hat und dessen Bewohner dementsprechend verzweifelt um ihre Nahrung kämpfen müssen. Besonders mochte ich die Gestaltung der Welt an sich. Der Feuerwald in der Nähe von Ellas Dorf, die anderen Pflanzen und Tiere waren völlig neu für mich und trotzdem auf Anhieb vertraut.

Die Spannung wurde mit jedem Ereignis, das Ella und Razul zugestoßen ist, größer, und es gab einige Plot-Twists, die mir wirklich großes Herzklopfen verursacht haben. Ella ist im Grunde genommen völlig unvorbereitet auf die ganze Sache mit den Drachen und dem Krieg gewesen, als sie auch schon mit hineingezogen wurde, und so hatte ich als Leserin die Möglichkeit, gemeinsam mit ihr mehr über diese magische Welt zu erfahren, in die ich mit ihr gemeinsam abgetaucht bin.

„Ist es nicht die Dunkelheit,
die uns das Licht erkennen lässt?
Und ist es nicht der Hass,
der uns lehrt, dass Liebe ein viel höheres Gut ist?“

Seite 222

Auch romantische Szenen kamen nicht zu kurz. Obwohl sich das ganze Buch innerhalb weniger Wochen abgespielt hat, kann ich nicht behaupten, dass mir die Annäherung von Ella und Razul zu schnell ging. Klar, sie kannten sich wirklich noch nicht lange, als sie gemerkt haben, was sie füreinander empfinden, aber irgendwie ist in der Zwischenzeit auch so viel passiert, das sie einander nähergebracht hat, dass ich die schnelle Entwicklung ihrer Liebesbeziehung kaum bemerkt habe. Erotische Szenen gab es keine in dem Buch, und das war auch gut so, denn dann hätte alles sehr schnell übertrieben und unrealistisch angemutet, von daher war es also genau so gut, wie es war.


Die Charaktere

Ella war eine wirklich starke Protagonistin. Sie musste schon früh lernen, an erster Stelle für ihre Liebsten zu sorgen, besonders für ihre beiden jüngeren Brüder und die alte Barka, die sie nach dem Tod ihrer Eltern bei sich aufgenommen hat, und gleichzeitig mit ihrem mitfühlenden und liebenswürdigen Wesen war sie mir somit auf der Stelle sympathisch. Sie hat stets selbstlos gehandelt, nie egoistisch, und konnte es nicht ertragen, etwas zu besitzen oder zu sich zu nehmen, das mehr ist als die anderen Bewohner ihres Dorfes haben. Ihre größte Stärke ist und bleibt die Liebe, denn sie ist es immer wieder in der Geschichte, die ihr Kraft gibt. Trotzdem ist sie jedoch nicht so sanft und ruhig, wie es bei dieser Beschreibung vielleicht den Anschein macht. Nein, sie hat ein sehr flammendes Temperament und ist durchaus dazu in der Lage, andere zu verletzen, aber wenn sie davon überzeugt ist, dass es das wert ist, dann kann sie ihren Stolz nicht dazu überwinden, sich zu entschuldigen.

„Dort, wo die Liebe wohnt, wird Hass keine Chance haben zu gedeihen. Wo die Liebe wächst, wird alles andere klein werden und irgendwann verschwunden sein.“

Seite 223

Auch Razul fand ich von Anfang an einfach großartig. Er ist ein Kämpfer, ein Krieger, und doch hat er eine allzu große Seite in sich, die er nicht kontrollieren kann und die zu etwas Dunklerem strebt als sein Herz. Im Grunde genommen war er schon die ganze Zeit von dieser Dunkelheit in sich gebrochen, denn er musste ständig um sich selbst fürchten und Angst vor dem haben, was passieren würde, wenn er die Dunkelheit nicht mehr im Griff hätte. Seine Begegnung mit Ella hat ihn auf dieser Ebene grundlegend verändert und er macht eine sehr starke Entwicklung durch, und das nur, weil er eine Frau an seiner Seite hat, die mit ihrer Liebe geradezu um sich wirft und jeden in ihren Bann zieht, und so eben auch Razul.

„Angst tötet! Sie vernichtet deinen Verstand. Sie dringt in deine Seele ein und hinterlässt nur Kälte.“

Seite 225

Insgesamt haben mir die Charaktere also wirklich gut gefallen, obwohl sie für meinen Geschmack doch ein bisschen zu flach waren. Ich hätte besonders bei Ella ein bisschen mehr Tiefe erwartet, mehr über sie selbst herausgefunden und über die Person, die sie vor ihrer Begegnung mit Razul war. Das ist leider in bisschen zu sehr in den Hintergrund gerückt und ich hätte mich sehr gefreut, wenn ich noch ein bisschen über ihre Vergangenheit hätte erfahren dürfen.


Fazit

„Drachendunkel – Die Legende von Illestia“ hat mir wirklich gut gefallen, was allein schon daran erkennbar ist, dass ich es innerhalb von einem Tag durchgelesen habe. Es ist eine wirklich herzzerreißende Geschichte für alle Fantasy-Fans, die gleichzeitig auf eine scheinbar zum Scheitern erklärte Liebesgeschichte stehen, welche auch beim Leser ein großes Gefühlschaos zurücklässt.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 4,5/5 ⭐

Charaktere: 3,5/5 ⭐


Gesamt: 4/5 ⭐


Vielen Dank noch mal an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Liebe Grüße,

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