Rezension: »Das Böse in deinen Augen« von Jenny Blackhurst

Ich habe diesen Psychothriller irgendwann mal bei den Mängelexemplaren gesehen, und weil mich das Cover sofort angesprochen hat, hab ich mir auch gleich den Klappentext durchgelesen, und als meine Mutter dann noch gesagt hat, dass Jenny Blackhurst eine ihrer Lieblingsautorinnen ist, war es um mich geschehen. Tja, also mal wieder so was ähnliches wie Liebe auf den ersten Blick, was? xD


Inhalt

Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen.

Wirklich?

Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das ihre Hilfe benötigt, nachdem es seine Familie bei einem Brand verloren hat. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann ereignet sich ein mysteriöser Todesfall – und Imogen fürchtet, dass es ein großer Fehler war, Ellie zu vertrauen …


Allgemeine Informationen

Titel: Das Böse in deinen Augen

Autorin: Jenny Blackhurst

Genre: Thriller

Format: Paperback

Seiten: 428

Verlag: Bastei Lübbe

gelesen: 26.02.20 bis 29.02.20

HIER GEHT’S ZUR LESEPROBE


Über die Autorin

Jenny Blackhurst ist seit frühester Jugend ein großer Fan von Spannungsliteratur. Die Idee für einen eigenen Roman entwickelte sie nach der Geburt ihres ersten Kindes; inzwischen ist sie eine erfolgreiche Autorin, deren Romane in verschiedenen Sprachen erscheinen. Ihre ersten beiden Thriller „Die stille Kammer“ und „Das Mädchen im Dunkeln“ standen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in Shropshire, England.


Meine Meinung

Das Cover

Wie bereits erwähnt, war das Buch beinahe so etwas wie ein Coverkauf. Aber es sieht doch auch wunderschön aus, oder nicht? Auf Fotos ist es schwierig rüberzubringen, aber die Schrift glänzt silbern und ist deshalb nicht aus jedem Blickwinkel gut zu erkennen, was den Special Effect noch mal deutlich hervortreten lässt.

Der Käfig mit der Motte, von deren Flügeln Blut tropft, passt perfekt zur Handlung, wenn man mal ein bisschen zwischen den Zeilen liest. Der Käfig hat sich mir zu Anfang noch nicht so ganz erschlossen, das mit der Motte war schon etwas offensichtlicher, aber dennoch passt das Cover wirklich großartig und sieht dabei auch noch wirklich toll aus.


Der Erzählstil

Ich wusste anfangs nicht, was ich von dem Schreibstil zu erwarten hatte. Das Buch war das erste, das ich von Jenny Blackhurst gelesen habe, also hatte ich noch keinerlei Erfahrungen die Autorin betreffend. Und ich weiß auch nicht, was ich erwartet habe, aber ich war wirklich überrascht, dass die Kapitel aus der Sicht von Imogen aus der Ich-Perspektive geschrieben wurden und die Kapitel aus Hannahs und Ellies Sicht in der dritten Person.

„Schlimme Dinge passieren schlechten Menschen, Ellie, und du sollst wissen, dass du mir nichts vormachst. Ich weiß nicht, wie du das mit den Spinnen abgezogen hast, aber ich werde dich von jetzt an auf Schritt und Tritt beobachten, solange du hier bist. Und ich werde dafür sorgen, dass es nur noch kurze Zeit ist.“

Seite 123

Trotzdem war meine Überraschung positiver Art. Tatsächlich war ich beeindruckt, wie lebhaft und überzeugend der Erzählstil war, da ich von Thrillern meist etwas anderes, distanzierteres gewohnt bin. Die Wortwahl war wirklich feinfühlig, die Autorin hat sich wunderbar darauf verstanden, Gefühle auszudrücken und Dinge zu offenbaren, ohne jedoch diesen Hauch des Unnatürlichen, des beinahe schon Paranormalen, zu verlieren, der in dem Buch besonders die Charaktere prägt.


Die Handlung

Ich muss zugeben, dass ich schon zu Anfang wirklich gespannt war, was es mit Ellie auf sich hat. Das Mädchen hat mir zwischendurch tatsächlich Angst eingejagt und einige Dinge, die sie getan oder vielmehr gesagt hat, waren ziemlich gruselig. Die Gänshaut war an einigen Stellen also wirklich vorprogrammiert.

Es ist wirklich erstaunlich, wie die Autorin es geschafft hat, mich mithilfe ganz einfacher Spannungselemente immer wieder auf eine andere Fährte zu locken. Ellie hatte wirklich einige sehr traumatische Ereignisse in der Vergangenheit und anfangs war ich der gleichen Meinung wie die Protagonistin Imogen. Diese musste ihren alten Job kündigen, bevor sie gefeuert wurde, woraufhin sie zurück in ihren Geburtsort zieht, an den sie fast ausschließlich schlechte Erinnerungen hat. In ihrem neuen Job bekommt sie dann den Fall von Ellie – und eigentlich soll sie das Mädchen nur an einen passenden Psychologen empfehlen. Doch Ellie erinnert sie an sich selbst als Kind und sie gräbt tiefer, als es ihr in ihrer Stelle erlaubt ist … sie setzt also schon wieder ihren Beruf aufs Spiel, um einem Kind zu helfen.

„Manchmal ist es einfach schön, jemanden zu haben, dem man Sachen erzählen kann, selbst wenn es nicht sofort irgendwas ändert.“

Seite 136

Im Dorf munkelt man über Ellie, sie sei eine Hexe und könne Dinge tun, die sie nicht tun dürfte und dass sie Sachen wisse, die sie nicht wissen dürfte. Denn immer, wenn Ellie wütend auf jemanden ist, passieren schreckliche Dinge mit den Menschen, die sie gegen sich aufgebracht haben …

Wie bereits erwähnt, war ich anfangs der Meinung von Imogen – dass Ellie einfach ein traumatisiertes Mädchen ist, das Beständigkeit und Liebe braucht. Irgendwann hat Ellie sogar selbst angefangen zu glauben, dass sie diejenige ist, die diese schrecklichen Dinge geschehen lässt, die um sie herum passieren. Daraufhin zog sich die Handlung leider etwas in die Länge, aber während dieser Zeit hatte ich eine Vermutung, wer hinter dieser ganzen Geschichte stecken könnte. Und leider hat sich diese Vermutung am Ende auch bewahrheitet.

„Sie müssen gut aufpassen, und vor allem, legen Sie sich nicht mit Ellie Atkinson an.“

Seite 186

Zwischendurch gab es aber noch mal eine sehr unerwartete Wendung, als Imogen etwas passiert ist, das augenscheinlich mit ihrem vorherigen Streit mit Ellie zusammenhing … und in dieser Zeit habe selbst ich daran gezweifelt, ob es wirklich eine „natürliche“ Erklärung für die ganzen Geschehnisse in dem Dorf gab, oder ob das Buch vielleicht doch ein paar Fantasyelemente aufweist.

Hinterher hat sich alles aber ganz „normal“ aufgelöst, nur hatte ich eben schon recht früh geahnt, was passieren würde.


Die Charaktere

Imogen war eine sehr vorbelastete Protagonistin, da sie in ihrer eigenen Kindheit wirklich viel durchmachen musste, und es hat mich wirklich überrascht, wie nach und nach mehr über sie und ihren Charakter sowie ihre Vergangenheit ans Licht kam. Ich wurde einige Male von ihr überrascht, konnte sie aber auch sofort verstehen, wenn sie mal Wutausbrüche hatte. Außerdem glaube ich, dass es auf der Welt mehr Frauen wie sie braucht, die für das kämpfen, an das sie glauben, und die nicht einfach so aufgeben, weil ihr Chef ihnen sagt, dass sie das tun sollen. Sicher kann es sein, dass sie einige Male nicht ihrem Beruf und ihrer Qualifikation nach gehandelt hat, aber das hat sich am Ende ja doch ausgezahlt.

„Manchmal muss man einfach sich selbst retten.“

Seite 371

Ellie war mir anfangs ein wenig unheimlich, aber trotzdem sympathisch. Wie bereits erwähnt, hatte ich am Anfang gar nicht das Gefühl, dass sie irgendwas mit den Dingen zu tun haben könnte, die im Dorf passiert sind. Die Autorin hat Ellie wirklich gut rübergebracht, besonders dafür, dass sie ja noch ein elfjähriges Mädchen ist und es einigen Autoren sicherlich schwerfällt, aus der Sicht eines so jungen Charakters zu schreiben. Bei so jungen Charakteren in Büchern finde ich es aber insgesamt immer ein bisschen schwierig, weil sie selten ihrem Alter entsprechend handeln. Ich meine, wenn ich an ein elfjähriges Mädchen denke, dann habe ich immer die Assoziation eines Kindes, das noch nicht so viel versteht, aber wenn ich mir einige gleichaltrige Kinder vor Augen führe, die ich persönlich kenne (wie bspw. meine Cousine), dann wird mir erst bewusst, dass auch Kinder im Alter von elf Jahren schon sehr viel verstehen, und genau das hat Jenny Blackhurst wirklich gut rübergebracht.


Fazit

„Das Böse in deinen Augen“ ist ein recht seichter Thriller, der jedoch viel mit Psychologie zu tun hat und wirklich an den Grundsätzen der Gesellschaft rüttelt, da einige wirklich problematische Dinge angesprochen werden, über die man vielleicht gar nicht so nachdenkt, wenn man nicht darauf hingewiesen wird. Zwischendurch hat sich das Buch jedoch etwas in die Länge gezogen und die ganze Sache mit der Hexerei fand ich teilweise ziemlich komisch. Außerdem war das Ende so, wie ich es mir bereits gedacht habe, was den Spannungseffekt leider etwas gemindert hat, aber ansonsten hat mir das Buch ganz gut gefallen.


Meine Bewertung

Cover: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 2,5/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐


Gesamt: 3/5 ⭐


Kauft ihr euch manchmal Bücher einfach, weil ihr das Cover so schön findet?

Viele Grüße,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s