Rezension: »Das Paket« von Sebastian Fitzek (Buddy-read)

Nach langer Zeit habe ich mich endlich mal wieder dazu entschlossen, einen Buddy-read zu starten, dieses Mal mit der Autorin Tamara Nolan. Leider habe ich ja noch nicht viele Fitzeks gelesen, aber dieser hier hat mir unglaublich gut gefallen; aber lest selbst nach!


Inhalt

„Ein grandioses – echt fieses – Buch.“

freundin

Ihr Postbote bittet Sie, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen. Einen Nachbarn, dessen Namen Sie noch nie gehört haben. Obwohl Sie schon seit Jahren in Ihrer kleinen Straße wohnen.

„Was kann schon passieren?“, denken Sie sich.

Und lassen damit den Alptraum in Ihr Haus …

„Sebastian Fitzek hat ein Paket gepackt, das es in sich hat: eine irre Story, Grusel und Spannung bis zur letzten Zeile.“

dpa

„Sebastian Fitzek – Mann für die Bestseller.“

sueddeutsche.de

Allgemeine Informationen

Titel: Das Paket

Autor: Sebastian Fitzek

Genre: Thriller

Format: Taschenbuch

Seiten: 362

Verlag: Droemer Knaur

gelesen: 18.01.20 bis 26.01.20

HIER GEHT’S ZUR LESEPROBE


Über den Autor

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt „Die Therapie“ (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile werden seine Bücher in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.


Meine Meinung

Das Cover

Was soll ich schon groß zum Cover sagen? Es ist einfach grandios. Als mein Vater mir das Buch eines Tages auf mein Bett geworfen hat und mich bat, es ebenfalls zu lesen, dachte ich erst wirklich, ich hätte Post bekommen. Und das könnt ihr mir ja auch schlecht verdenken, oder?


Der Erzählstil

Ich muss gestehen, dass ich erst verhältnismäßig wenige Fitzeks gelesen habe, mich diese jedoch alle umhauen konnten. Um genau zu sein, habe ich erst „Amokspiel“, „Noah“ und jetzt eben „Das Paket“ von ihm gelesen bzw. gehört, aber es stehen noch ein paar in meinem Regal, die unbedingt gelesen werden müssen. Genau das hat mir dieses Buch nämlich jetzt gezeigt.

Fitzeks Schreibstil ist wirklich einzigartig und konnte mich von Anfang an in die Story ziehen. Er hat mich wirklich so gepackt, dass ich den Buddy-read, in dem ich es eigentlich lesen wollte, komplett vergessen habe – und das Buch schon durch hatte, als Tamara Nolan es begonnen hat!

Anders gesagt: Es war die ganze Zeit über spannend, nie wurde es langweilig, und ich war beinahe durchgängig am Verzweifeln, weil es immer wieder Plot-Twists gab, mit denen ich nicht gerechnet habe.

„Die meisten Menschen denken, der Schlaf wäre der kleine Bruder des Todes, dabei ist er sein größter Gegner. Nicht der Schlaf, sondern die Müdigkeit ist der Vorhut der ewigen Dunkelheit.“

„Das Paket“ von Sebastian Fitzek, Seite 79

Die Handlung

Der Klappentext macht ja bereits neugierig auf das Buch, aber so richtig über den Inhalt verrät er nichts. Denn es geht um die Psychiaterin Dr. Emma Stein, die nach einem schrecklichen Vorfall selbst einen Therapeuten gebrauchen könnte, da sie immer größere Paranoia entwickelt. Als sie ein Paket für einen gewissen A. Palandt annehmen soll, der angeblich in ihrer Nachbarschaft wohnt, von dem sie aber noch nie gehört hat, beginnt der ganze Wahnsinn. Um sie herum geschehen so viele Dinge, die alle mit ihrer persönlichen Vergangenheit in Verbindung gebracht werden können, und in ihrer Psychose steigert sie sich immer mehr in ihren eigenen Verdacht hinein, bis sie sich hinterher selbst nicht mehr glaubt.

Ich muss sagen, dass Sebastian Fitzek sich in diesem Buch wunderbar darauf verstanden hat, das Buch aus der Sicht einer psychisch erkrankten Frau zu schreiben, ohne dass es irgendwie nach Mitleid schreit. Zwar wurde es dem Leser dadurch manchmal auch schwer gemacht, sich in die Lage der Protagonistin hineinzuversetzen, aber dadurch habe ich als Leserin auch oft neue Vermutungen gehabt, wer der Täter sein könnte, der brüchtigte Friseur. Dabei schwankte ich immer zwischen ein paar Personen, die mir alle höchst verdächtig vorkamen, und zwischenzeitlich habe ich auch Emma selbst nicht mehr getraut, weil ich ja aus ihrer Sicht miterleben konnte, was die Paranoia und ihre überschwängliche Phantasie ihr antut.

Das Buch ist mit einem klaren roten Faden geschrieben worden, zumindest kann ich mir nur so erklären, wie alles zuletzt auf dieses Ende hinausläuft, das mich wirklich überrascht hat. Es würde mich auch nicht wundern, wenn Fitzek sich das Buch gemeinsam mit einem Psychiater ausgedacht hat, so authentisch wie alles geschrieben wurde.

„Angst frisst sich in die Seele und hölt den Menschen von innen aus.“

„Das Paket“ von Sebastian Fitzek, Seite 129

Die Charaktere

Dadurch, dass Emma unter schweren psychischen Erkrankungen litt, konnte ich mich nie so richtig auf sie als Protagonistin einlassen, was aber auch nicht wirklich schlimm war – eher im Gegenteil, denn dadurch wurde ich zwar durch sie und ihre Gedanken und Erlebnisse beeinflusst, aber nicht so sehr, dass ich nicht eine eigene Meinung hätte entwickeln können.

Alle anderen Charaktere konnte ich das ganze Buch über nicht richtig einschätzen. Ich will nicht zu viel verraten, aber einige, die ich von Anfang an verdächtig verhalten haben (meiner Meinung nach), stellten sich später als Emmas einzige Verbündete heraus und diejenigen, denen sie komplett vertraut hat, hatten am Ende etwas zu verbergen.

Trotzdem haben die Charaktere alle gemeinsam, dass sie hervorragend ausgearbeitet wurden. Die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten wurden deutlich, allein schon in der Sprache und ihrem Verhalten, und jeder hatte eine eigene Persönlichkeit, die sich jedoch erst früher oder später wirklich geäußert hat.


Fazit

„Das Paket“ hat mich vollkommen mitgerissen und erst wieder aus seinem Bann gelassen, als ich auch die ganzen Leserbriefe, die Fitzek vor seiner Danksagung hat abdrucken lassen, gelesen habe. Ein ganz klares Monatshighlight.


Meine Bewertung

Cover: 5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 5/5 ⭐


Welcher Fitzek hat euch zuletzt so richtig umhauen können?

2 Gedanken zu “Rezension: »Das Paket« von Sebastian Fitzek (Buddy-read)

  1. Hey Lara,
    ich habe mich ja bisher noch nie so wirklich mit (Psycho-) Thrillern befasst, aber gerade vor ein paar Tagen bin ich durch irgendeinen Kommentar (ich weiß gar nicht mehr, wo und von wem) auf genau dieses Buch aufmerksam geworden und habe mal bei Amazon den „Blick ins Buch“ gewagt. Ich habe nicht einmal den Prolog geschafft… Vielleicht liegt es daran, dass meine Tochter ja ungefähr im gleichen Alter wie Emma in diesem ersten Moment ist. Ich fand die Atmosphäre und generell die ganze Situation so bedrückend, wenn sich das so durchgezogen hat … Respekt, dass du es bis zum Ende geschafft hast. 😀
    LG,
    Tanya

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    1. Das Buch hat generell sehr viel mit Psychosen zu tun, und ja, die Atmosphäre aus dem Prolog findet sich auch so innetwa im restlichen Buch wieder. Aber ich finde das dann irgendwie so faszinierend (also in Büchern, nicht im „realen“ Leben), dass ich nicht aufhören konnte zu lesen

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