Rezension: »Biss zur Mittagsstunde« von Stephenie Meyer

Parallel zu „Die Nebel von Avalon“ habe ich noch „Biss zur Mittagsstunde“ von Stephenie Meyer gelesen. Tatsächlich habe ich bisher erst die Filme der Twilight-Saga vollständig gesehen, was auch der Grund war, weshalb ich mir die Reihe komplett gekauft habe. Nun liegt sie aber schon mehr als ein halbes Jahr auf meinem SuB, weshalb ich mich endlich mal dazu entschlossen habe, sie zu befreien.

Da es sich bei diesem Buch um den zweiten Teil der Twilight-Saga handelt, kann die Rezension Spoiler zum ersten Band enthalten.

Zur Rezension von Band 3

Zur Rezension von Band 4


„Verflucht“, murmelte ich, als ich mir den Finger am Papier schnitt; ein kleiner Blutstropfen quoll aus der winzigen Wunde. Dann ging alles ganz schnell. Edward warf sich auf mich und ich stürzte zu Boden, direkt in die spitzen Scherben hinein.

Auszug aus „Biss zur Mittagsstunde“ von Sandra Regnier

Für immer mit Edward zusammen zu sein – Bellas Traum scheint wahr geworden! Doch nach einem kleinen, aber blutigen Zwischenfall findet er ein jähes Ende. Edward muss sie verlassen. Für immer. Bella zerbricht beinahe daran, nur die Freundschaft zu Jacob gibt ihr Kraft. Da erfährt Bella, dass Edward in höchster Gefahr schwebt. Sie muss zu ihm, rechtzeitig, bis zur Mittagsstunde …


Allgemeine Informationen

Titel: Biss zur Mittagsstunde

Autorin: Stephenie Meyer

Genre: Urban Fantasy

Format: Taschenbuch

Seiten: 558

Verlag: Carlsen

Reihe / Band: Twilight-Saga / Band 2

gelesen: 31.12.19 bis 04.01.20


Meine Meinung

Das Cover

Ich muss zugeben, dass ich mir nie wirklich Gedanken um die Cover dieser bekannten Reihe gemacht habe. Trotzdem finde ich die Idee mit dem Muster, das auf Fotos einen wunderschönen 3D-Effekt hat, einfach fantastisch. Zwar ist es recht schlicht gehalten, das muss ich zugeben, und die graue Farbe macht auch nicht wirklich was her, aber trotzdem finde ich es passend.

Das Einzige, was ich zu bemängeln habe, ist das schwarze Zeichen unter der Überschrift. Was soll das darstellen? Wenn es wenigstens eine Sonne wäre oder etwas Ähnliches, das zur Geschichte passt, würde ich ja verstehen, weshalb es auf dem Cover abgebildet ist, aber so habe ich wirklich keine Ahnung, was das soll.


Der Erzählstil

Stephenie Meyers Erzählstil kenne ich ja bereits aus dem ersten Teil der Twilight-Saga (Biss zum Morgengrauen). Jetzt konnte ich noch einen weiteren Einblick bekommen, weil ich den zweiten Teil gelesen habe, und muss sagen, dass ich eigentlich nicht wirklich viel zu bemängeln habe. Alles ist sehr anschaulich und auch realistisch und verständlich geschrieben, sodass ich Bellas Handlungen (meistens) nachvollziehen konnte.

Zwar glaube ich, dass die Autorin ganz gut mit der depressiven Phase von Bella umgegangen ist, da auch die Geschichte in dieser Zeit recht trist und grau wirkte und ich als Leserin trotzdem Lesespaß hatte, aber vielleicht wäre es doch nicht so schlecht gewesen, wenn etwas mehr auf Bellas Gefühlswelt eingegangen worden wäre. Damit meine ich nicht, dass sie Edward vermisst und keinen Anschluss mehr zu ihren Freunden in der Schule hat und sich in ihrem Zimmer verschließt, sondern auf etwas tieferer Ebene.

„Wenn man jemanden erst mal gernhatte, konnte man ihn nicht mehr nüchtern betrachten.“

„Biss zur Mittagsstunde“ von Stephenie Meyer, Seite 303

Die Handlung

Einen Teil über die Handlung habe ich ja bereits beim Erzählstil erwähnt, nämlich Bellas depressive Phase. Die ging recht früh los, nur ein paar Kapitel nach dem Anfang, und zog sich (leider) viel zu lange hin. Dadurch wurde Bella sehr nervig, obwohl es der Autorin dank ihrer gut durchdachten Wortwahl gelungen ist, mich weiter zum Lesen anzuspornen.

Die Zeit, die Bella dann mit Jacob verbracht hat, verging wie im Flug, auch für mich als Leserin. Es hat der Geschichte auf jeden Fall gut getan, mehr auf Jake als aufgeweckten und fröhlichen Charakter einzugehen anstatt auf die Vergangenheit, die Bella so sehr belastet hat.

Leider ging mir am Ende aber alles ein bisschen zu schnell. Es gab viele Zeitsprünge und trotzdem ist die Geschichte nicht wirklich vorangekommen, bis dann die Sache mit Edward war, der von Bella gerettet werden musste.

Liebe ist irrational, dachte ich wieder. Je mehr man jemanden liebt, desto unlogischer wurde alles.

„Biss zur Mittagsstunde“ von Stephenie Meyer, Seite 339

Die Charaktere

Bella kannte ich ja schon aus dem ersten Band der Twilight-Saga. Ich muss aber sagen, dass ich sie im ersten Band sehr viel sympathischer fand. In diesem Teil hat sie fast nur gemeckert, ist zu sehr in Selbstmitleid versunken und hat sich in ihrer Depression verkrochen, anstatt irgendwie einen Weg heraus zu suchen. Natürlich weiß ich, dass das immer leichter gesagt als getan ist, aber ich beziehe mich hier auf das Buch und nicht auf die Realität. Hätte es einen Zeitsprung gegeben, sodass man nicht nur mitbekommen hätte, wie schwer ihr Leben ohne Edward ist, sondern auch, dass sie teilweise mitkriegt, was um sich herum passiert, wäre sie mir nicht halb so nervig erschienen.

Jacob hat mir sehr leidgetan. Er wurde von Bella ständig verletzt und abgewiesen und sie hat sich nicht mal richtig dafür entschuldigt, weil er ihr immer zuvorgekommen ist und sich selbst für ihr Verhalten verantwortlich gemacht hat. Anfangs war er ein sehr sympathischer und aufgeweckter Kerl, der ein bisschen Farbe in Bellas tristes Leben gebracht hat, hinterher war er einfach nur mürrisch und unglücklich, was ihn mir gleich viel sympathischer macht.

Edward hat sich in diesem Teil nicht von seiner besten Seite gezeigt. Ich muss sowieso sagen, dass ich immer schon mehr Team Jacob war und Edward von Anfang an nicht so richtig mochte, aber was soll man da schon tun? Auf jeden Fall habe ich den Edward im zweiten Band nicht nur nicht gemocht, sondern regelrecht gehasst, weil er schließlich der Grund dafür war, dass Bella so unausstehlich geworden ist.

Dies hier ist übrigens das kitschigste Zitat, das ich je in einem Buch gelesen habe:

„Bevor du da warst, Bella, war mein Leben eine mondlose Nacht. Sehr dunkel, aber mit Sternen – Punkte aus Licht und Weisheit. Und dann bist du über meinen Himmel gesaust wie ein Meteor. Plötzlich stand alles in Flammen, da war Glanz und da war Schönheit. Als du weg warst, als der Meteor hinter dem Horizont verschwunden war, wurde alles schwarz. Nichts hatte sich verändert, aber meine Augen waren vom Licht geblendet. Ich konnte die Sterne nicht mehr sehen. Und es gab für nichts mehr einen Grund.“

„Biss zur Mittagsstunde“ von Stephenie Meyer, Seite 510

Fazit

Insgesamt fand ich „Biss zur Mittagsstunde“ viel schwächer als den ersten Teil der Twilight-Saga. Ich bin mit Bella einfach nicht richtig warmgeworden und konnte sie nicht immer verstehen, was recht schade war. Trotzdem ein gelungenes Buch, da es spannend war und durchaus auch erfrischend anders – dank Jake.


Bewertung

Cover: 3,5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 4/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Mögt ihr die Twilight-Saga rund um Bella und Edward? Und seid ihr eher Team Edward oder Team Jacob?

Eure Lara

2 Gedanken zu “Rezension: »Biss zur Mittagsstunde« von Stephenie Meyer

  1. Guten Morgen!

    Ich hab die Biss Reihe ja sehr schnell weggelesen gehabt, das ist aber schon einige Jahre her 😀 Die Handlung ist mir eher noch aus den Filmen präsent als aus den Büchern, aber ich weiß noch, dass ich alle vier Bände sehr spannend fand.
    Was ich aber gar nicht so mochte war der Schreibstil ^^ Der war mir viel zu … ja keine Ahnung *lach* Da fällt mir jetzt gar kein Wort dazu ein. Es hätte für mich da einfach noch etwas Feinschliff gebraucht.
    Und das ständige „Kichern“ von Edward ist mir beim Lesen auch ziemlich auf die Nerven gegangen. Als „cooler Vampir“ ständig zu kichern kam mir einfach absolut unpassend vor 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

    PS: Ich mag diese neuen Cover übrigens total gerne und viel lieber als die alten

    Gefällt 1 Person

    1. Hi!

      Ich hoffe, dass ich die Reihe jetzt auch bald beenden kann, mit Glück vielleicht auch schon diesen Monat. Die Filme sind mir aber zumindest was die ersten beiden Teile angeht, die ich schon gelesen habe, auch viel besser in Erinnerung geblieben als die Bücher was schon ziemlich merkwürdig bei mir ist.
      Was den Schreibstil angeht, den mochte ich eigentlich ziemlich gerne, nur eben in diesem Band nicht so, mal schauen, wie’s in den nächsten Bänden weitergeht.
      Und das Kichern von Edward ist mir noch gar nicht aufgefallen, da muss ich beim Weiterlesen unbedingt mal drauf achten!

      LG Lara

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s