Rezension: »Ein Thron für Schwestern« von Morgan Rice

Tatsächlich habe ich dieses Buch bereits einmal angefangen zu lesen, schließlich aber abgebrochen, weil ich die Übersetzung so grauenhaft fand. Jetzt habe ich mich dazu entschlossen, ihm eine zweite Chance zu geben und versuche, in diesem Beitrag meine Meinung präzise zu erläutern.

Bei dem Buch handelt es sich um den ersten Band der „Ein Thron für Schwestern“-Reihe von Morgan Rice. Es ist als E-Book kostenlos auf Google Play Bücher und Amazon erhältlich.


In „Ein Thron für Schwestern“ suchen Sophia, 17, und ihre jüngere Schwester Kate, 15, verzweifelt nach einem Ausweg aus ihrem schrecklichen Waisenhaus. Als Waisen fühlen sie sich ungeliebt und nicht gewollt und träumen doch von einem besseren Leben, auch wenn das bedeutet, auf den Straßen von Ashton, einer von Gewalt gebeutelten Stadt, zu leben.

Sophia und Kate sind nicht nur beste Freundinnen, sondern sind sich auch gegenseitig Stütze und Beistand – und doch haben sie ganz unterschiedliche Erwartungen an das Leben. Sophia, die romantischere und elegantere der beiden, träumt davon an den Hof zu gehen und sich in einen Adligen zu verlieben. Kate, die Kämpferin, träumt hingegen davon, die Schwertkunst zu erlernen, gegen Drachen zu kämpfen und Kriegerin zu werden. Sie beide eint jedoch das Geheimnis, übernatürliche Kräfte zu besitzen. Sie können die Gedanken anderer lesen. In einer Welt, die es darauf anlegt, sie zu zerstören, wird diese Fähigkeit zu ihrer einzigen Rettung.

Als sie sich alleine auf die Suche machen, kämpft jede für sich ums Überleben. Sie müssen Entscheidungen treffen, die sie sich nicht hätten erträumen können. Diese Entscheidungen könnten sie in den Besitz großer Macht bringen – oder sie vollkommen zerstören.


Allgemeine Informationen

Titel: Ein Thron für Schwestern

Autorin: Morgan Rice

Genre: High Fantasy

Format: E-Book

Seiten: 196

Reihe / Band: Ein Thron für Schwestern / Band 1

gelesen: 27.12.19 bis 29.12.19


Meine Meinung

Das Cover

Dieses Buch war absolut kein Cover-Kauf. Tatsächlich habe ich mir erst die Beschreibung angesehen, dann den Preis, und weil es kostenlos war, hab ich mir gedacht: komm, lad’s dir runter, vielleicht ist das ja ein gutes Buch, das dir gefällt. Gesagt, getan. Und schon wieder schweife ich vom Thema ab (wahrscheinlich wird das in jeder zweiten Rezension so sein xD).

Leider spricht mich das Cover überhaupt nicht an. Es ist recht düster gehalten, was alles sehr mysteriös und geheimnisvoll wirken lässt, aber es sieht auch ziemlich alt aus. Außerdem bin ich kein Fan von dem darauf abgebildeten Gesicht und auch die Schriftart finde ich nicht so passend. Die Aufmachung insgesamt lässt das Buch sehr billig aussehen.


Der Erzählstil

Die Übersetzung des Buches ist grauenhaft. So war es bereits das erste Mal, als ich reingelesen habe, und tatsächlich zieht sich dieses Grauen durch das ganze Buch. Was ich damit meine, wenn ich sage, dass die Übersetzung grauenhaft ist? Also, zuerst einmal schien die Übersetzerin nichts über Kommastellung zu wissen. Es gab Kommata an Stellen, die überhaupt keinen Sinn ergeben haben, sodass die Sätze abgehackt geklungen haben und einige Hauptsätze plötzlich zu Nebensätzen wurden. Ich musste mir die Kommata immer erst wegdenken und dann an der richtigen Stelle wieder hindenken, was sehr mühsam war und mir den Lesespaß verdorben hat.

Weiterhin wurden viele Wörter innerhalb von einem Absatz mehr als 6-mal benutzt, wodurch es den Anschein machte, das Buch sei von einem Grundschulkind geschrieben worden, das noch nicht gelernt hat, einen guten Text zu schreiben.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass nicht die richtigen Verb- und Substantiv-Formen oder die falschen Personalendungen bei den Verben und Adjektiven verwendet wurden. Das hat ebenfalls dazu beigetragen, dass ich kurz davor war, das Buch ein weiteres Mal abzubrechen.

Tatsächlich gab es im ganzen Buch vielleicht fünf Seiten, die fehlerfrei geschrieben waren. Wenn mir so etwas auffällt, frage ich mich ernsthaft, wie die Autorin auf die Idee gekommen ist, das Buch in diesem Zustand zu veröffentlichen. Na gut, vielleicht lag es hier nur an der Übersetzung, aber selbst da müsste es doch einem Lektor oder einer Lektorin aufgefallen sein, wie schlecht diese ist, oder nicht?

„Lehren, die blutig sind, sind immer die schwersten“, sagte sie endlich. „Aber sie sind auch die stärksten.“

Auszug aus „Ein Thron für Schwestern“ von Morgan Rice

Die Handlung

Von der Grundidee her war die Handlung eigentlich ganz in Ordnung. Leider ging es mir am Anfang aber viel zu schnell und ich fand es schade, dass man kaum bemerkt hat, wie die beiden Schwestern ohne die jeweils andere zurechtkommen. Ich habe nicht mitbekommen, dass die beiden jemals richtig traurig waren, weil die andere Schwester nicht bei ihnen war. Das ist auch mein Kritikpunkt bei vielen anderen Situationen im Buch, wo es um normalerweise große und wichtige Gefühle geht, durch die der Leser die Charaktere näher kennenlernen kann. An diesen Stellen wurde einfach nicht genug Feinfühligkeit der Autorin gezeigt und es schien, als müssten diese Stellen schnell vorbeigehen, damit der Rest der Handlung vorankommen konnte.

Spannend wurde das Buch erst auf den letzten 10 Seiten, was ebenfalls sehr schade war. Dort habe ich auch das erste Mal mitbekommen, dass Sophia etwas sehr zu schaffen macht.

Insgesamt war die Handlung ganz gut, aber alles ging so schnell, dass ich als Leserin keine Zeit hatte, mich an gewisse neue Situationen zu gewöhnen. Auch was den Fantasy-Aspekt anging, wurde nicht so viel beschrieben, obwohl ich eindeutig das Potenzial dazu gesehen habe.

„Manchmal kommen die schönsten Dinge zu unerwarteten Zeiten.“

Auszug aus „Ein Thron für Schwestern“ von Morgan Rice

Die Charaktere

Sophia und Kate waren sehr unterschiedliche Protagonistinnen. Leider habe ich nicht viel von ihrer angeblichen supergroßen Liebe zueinander mitbekommen, da insgesamt eher weniger Gefühle beschrieben wurden, aber trotzdem waren beide mir auf ihre Art und Weise sympathisch. Trotzdem konnte ich einige Handlungen der beiden nicht verstehen.

Über Sebastian und Will hätte ich gerne noch mehr erfahren. Die beiden wurden recht gleich beschrieben und dafür, dass sie sehr wichtig für jeweils eine der beiden Protagonistinnen waren, wurde recht wenig über sie geschrieben. Somit konnte ich als Leserin keine direkte Bindung zu den beiden aufbauen.


Fazit

„Ein Thron für Schwestern“ von Morgan Rice ist ein Buch, das großes Potenzial hat, dieses jedoch nicht ausgenutzt hat. Insgesamt war es wie eine Geschichte, die ein Grundschulkind geschrieben hat.


Bewertung

Cover: 1,5/5 ⭐

Erzählstil: 0,5/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2/5 ⭐


Gesamt: 1,5/5 ⭐


Dieses Buch war eindeutig das schlechteste, das ich diesen Monat gelesen habe. Welches Buch hat euch zuletzt überhaupt nicht gefallen?

Eure Lara

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s