Rezension: »Noah« von Sebastian Fitzek

Eine weitere Rezension zu einem Buch, das ich bereits im November 2019 beendet habe. Dieses Mal handelt es sich um ein Hörbuch; eines meiner ersten Hörbücher überhaupt.


Inhalt

Er kennt seinen Namen nicht. Er hat keine Ahnung, woher er kommt. Er kann sich nicht erinnern, warum er in Berlin ist, seit wann er hier auf der Straße lebt. Die Obdachlosen, mit denen er umherzieht, nennen ihn Noah: Dieser Name ist in seinen rechten Handballen tätowiert. Für Noah wird die Suche nach seiner Identität zu einem Alptraum. Denn wie es scheint, ist er das wesentliche Schlüsselelement in einer globalen Verschwörung, die bereits zehntausende Opfer gefordert hat und nun die gesamte Menschheit bedroht …


Bibliographische Daten

Titel: Noah
Autor: Sebastian Fitzek
Sprecher: Simon Jäger
Genre: Psychothriller
Format: Hörbuch
Verlag: Lübbe Audio
Sprache: Deutsch
gehört: 14.10.19 bis 24.11.19

Erster Satz: »Zur Geburt Jesu Christi lebten dreihundert Millionen Menschen auf unserem Planeten.«


Meine Meinung

Wie das Cover eines guten Thrillers ist auch »Noah« sehr geheimnisvoll und mysteriös gestaltet, mit einem Gruselfaktor, der eindeutig in die Geschichte passt. Zwar wirkt die Aufmachung eher wie die für einen Horrorthriller, was »Noah« eigentlich nicht ist, aber doch macht sie neugierig und zieht mit Sicherheit viele Menschen in ihren Bann – so war es schließlich auch bei mir.

Da ich das Buch gehört und nicht gelesen habe, kann ich schlecht sagen, ob es irgendwelche Rechtschreib- oder Tippfehler gab. Allerdings kann ich sagen, dass mir die Art, wie das Buch geschrieben ist, sehr gut gefallen hat. Ich kenne Fitzeks Schreibstil schon ganz gut und war sofort mitgerissen von der Raffinesse, mit der er die Sprache bei Charakteren aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ändert. Das ist mir auch in einigen anderen seiner Bücher bereits aufgefallen, beispielsweise »Amokspiel«.

Die Idee des Buches gefällt mir auch sehr gut, vor allem, weil sie eine sehr aktuelle Thematik beinhaltet, und zwar die Überbevölkerung der Erde ebenso wie die Leiden der Menschen in Entwicklungsländern – und das, während die Staaten, die über eine gute Wirtschaft verfügen, viel zu verschwenderisch mit dem, was sie haben, umgehen. So gesehen hat mich also allein schon die Grundidee des Thrillers überzeugt, aber auch alles andere, was dazugehört, konnte mich mitreißen.

Noah war ein sehr interessanter Protagonist, da ich als Zuhörerin nie mehr über ihn wusste als er über sich. Ich habe mit ihm zusammen nach seiner Identität gesucht, als wären wir eine Person gewesen, obwohl er ja eigentlich „nur“ eine fiktive Figur ist. Auch Oskar war mir von vornherein sympathisch, auch wenn er mir zum Ende hin auch ein bisschen zwiegesichtig vorkam. Dies hat sich jedoch mit der einen Szene geändert, die ich nicht näher hier erläutern werde, weil ich sonst einen der größten Spoiler überhaupt raushauen würde. Es sei nur so viel gesagt: In dieser einen Szene habe ich tatsächlich ein paar Tränen vergossen, weil sie mich so sehr berührt hat.

Die Handlungsstränge waren sehr ineinander verzwickt. Ich habe genauso wie Noah und Oskar darüber nachgegrübelt, wo die Zusammenhänge zwischen den ganzen Geschehnisse liegen, und nach und nach hat sich in meinem Kopf ein Bild manifestiert. Doch sobald Noah die nächste Entdeckung gemacht hat, wurde diese Vorstellung wieder bis in ihre Grundfesten erschüttert und ich musste von Neuem anfangen, bis irgendwann gar nichts mehr Sinn ergeben hat.

Die letztliche Auflösung der ganzen Geschichte war dann wieder eine komplette Kehrtwende, die mich völlig fassungslos zurückgelassen hat. Ich wäre niemals darauf gekommen, dass DAS die Lösung des Rätsels war! Deshalb zählt die Schlüsselszene auch zu denen, die ich am meisten mochte, weil sie mich am meisten aus der Bahn geworfen hat und definitiv den Überraschungsmoment auf ihrer Seite hatte.

Fazit

Bisher war »Noah« einer der besten Fitzeks, die ich je gelesen bzw. in diesem Fall gehört habe. Das Leseerlebnis war nicht nur nervenaufreibend, sondern auch emotional uhd mitreißend, sodass bei mir das erste Mal die Tränen geflossen sind, obwohl es sich bei dem Buch um einen Psychothriller handelt.

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