Rezension: »Unter dem Zelt der Sterne« von Jenn Bennett

Inhaltsangabe:

Zorie und Lennon waren seit ihrer Kindheit allerbeste Freunde. Aber als die beiden bei der Homecoming-Party letztes Jahr ihre Beziehung bekanntgeben wollten, erschien Lennon einfach nicht und ließ Zorie sitzen. Ein paar Tage später folgte eine einfache Nachricht auf Zories Handy: Es tut mir leid. Zutiefst verletzt und wütend wandte sich Zorie von Lennon ab, und seitdem haben sie kein Wort mehr miteinander gesprochen. Bis die beiden zufällig gemeinsam zum Camping mit Freunden fahren, mitten in die Sierra Nevada. Zorie, die noch immer versucht, einen Platz in der Clique ihrer „Freundin“ Reagan zu finden, hat jedoch anfangs nur Augen für den gutaussehenden Brett. Und Lennon ist Bretts neu ernannter „Kumpel“, was ihn jedoch hauptsächlich stört.

Als die Freunde nach einem Zwischenfall jedoch vom Campingplatz verwiesen werden, entscheiden sie sich dafür, stattdessen einfach in der Wildnis der Sierra Nevada weiterzucampen, mit Lennon als Führer, weil dieser sich mit solchen Dingen bestens auskennt. Dort treffen sie aber nicht nur auf einen Bären, sondern fangen auch noch an, sich bitterlich zu streiten.

Als Zorie dann am nächsten Tag aufwacht, sind ihre Freunde verschwunden – alle, außer Lennon.

Für die beiden beginnt das Abenteuer ihres Lebens, als sie sich von jeglicher Außenwelt abgeschnitten auf den Weg zu dem Ort machen, wo Zorie in ein paar Tagen zur Sternenparty der Astronomie-Begeisterten eingeladen wurde. Es könnte so schön sein, in der Wildnis herumzuwandern, wenn da nicht ihr Begleiter Lennon wäre, dem sie nun nicht mehr aus dem Weg gehen kann.

So kommen ihrer beider Gefühle nach und nach ans Tageslicht, und Zorie erfährt endlich, was damals bei der Homecoming-Party passiert ist. Doch heißt das auch, dass sie ihren Stolz so schnell überwinden und Lennon eine zweite Chance geben kann?


Bibliographische Daten

Titel: Unter dem Zelt der Sterne
Autorin: Jenn Bennett
Übersetzung: Claudia Max
Genre: Young Adult
Format: Paperback
Verlag: Carlsen


Meine Meinung

Ich muss sagen, dass ich den Schreibstil wirklich gern mag. Das Setting des Buches wurde wirklich eindrucksvoll und wunderschön beschrieben, wobei es jedoch nie langweilig wurde wie es bei anderen Büchern oft der Fall ist, wenn zu detailreiche und lange Umgebungsbeschreibungen auftauchen.

In diesem Buch hat das eher zu noch mehr Spannung geführt, da nicht nur Zories Gefühle so fantastisch wiedergegeben wurden, sondern auch noch so viel mehr, das man einfach nicht in Worte fassen kann.

Ich war von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert von der ganzen Geschichte und konnte es gar nicht glauben, als das Buch zu Ende war.

Die Idee des Buches gefällt mir wirklich sehr gut, zumal ich glaube, dass es fast schon einzigartig ist. Ich hätte vom Cover her erst etwas komplett anderes erwartet, wurde dann jedoch positiv überrascht und war plötzlich so überwältigt von der ganzen Story, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen.

Ich mochte Zorie besonders gern, da sie eine wirklich schlagfertige Protagonistin ist, und deshalb habe ich auch bei so manchem Schlagabtausch zwischen ihr und Lennon schmunzeln, wenn nicht sogar laut auflachen müssen.

Doch nicht nur Zorie war eine einzigartige Person, sondern auch Lennon, Brett, Reagan und wie sie noch alle heißen. Zu jedem Charakter konnte man eigene Eigenschaften und Stärken herausarbeiten, wenn man zwischen den Zeilen gelesen hat, und das gibt dem Buch noch mal einen besonderen Touch.

Auch an unerwarteten Wendungen fehlte es nicht. Manchmal war ich so überrascht von einigen Situationen, dass ich erst mal eine Pause machen musste, um das zu verarbeiten, und sobald das geschehen war, konnte ich nicht anders, als mich wieder in die Geschichte zu stürzen. Das Buch war durchweg spannend und mitreißend, und man hatte das Gefühl, selbst in der Sierra Nevada mit Zorie und Lennon unterwegs zu sein.

Die ganze Handlung ist auch fantastisch ausgearbeitet, und letztlich werden auch alle Probleme gelöst, wobei ich zum Schluss doch etwas Mitgefühl mit Zorie und Joy hatte, als die Sache mit ihrem Vater rauskam.

Das einzige, was ich vielleicht zu bemängeln hätte, wäre, dass Zorie ja eine Anfängerin im Wandern ist. Da ich selbst auch schön öfter mal längere Strecken gewandert bin und deswegen auch weiß, wie man sich nach dem ersten Tag fühlt, hätte ich mich eigentlich gut in Zorie hineinversetzen können. Leider wurde aber die Schwierigkeit einer solchen Tour mit allem Gepäck im Rucksack ein bisschen zu sehr untergraben, und Zorie war für eine Anfängerin meiner Meinung nach auch viel zu schnell daran gewöhnt.


Fazit

Insgesamt kann ich wirklich sagen, dass dieses Buch verdammt nah an einem Highlight dran war, allerdings nicht ganz. Das gewisse Etwas hat einfach gefehlt und ich hätte mir vielleicht auch gewünscht, dass Zorie einmal Heldin sein könnte, anstatt sich immer von Lennon retten zu lassen, aber das lag wahrscheinlich auch an ihrem Charakter.

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