Rezension: »Warrior Cats. Vision von Schatten – Fluss aus Feuer« von Erin Hunter

Inhaltsangabe:

Nachdem die Streuner endlich vertrieben werden konnten und der WolkenClan an den See zurückgekehrt ist, warten immer noch unzählige Probleme auf die Clans. Denn der SchattenClan ist unter der Führung von Eschenstern, welcher seine neun Leben zurückgezogen hat und nun als Eschenkralle im WolkenClan lebt, zusammen mit den restlichen SchattenClan-Kriegern. Er weigert sich, den SchattenClan wieder aufzubauen, ehe sein verschollener Sohn Tigerherz zurückkehrt. Doch niemand weiß, wo Tigerherz und die anderen verschwundenen SchattenClan-Katzen sich befinden.

Obwohl sich der WolkenClan sehr um die neuen Clangefährten bemüht, sehen die meisten SchattenClan-Katzen doch nicht ein, warum sie ihre Herkunft einfach absagen sollten. Die Spannungen innerhalb des Clans bauen sich immer weiter auf, bis alle Clans am Verzweifeln sind.

Im DonnerClan hat Zweigpfote es zudem nicht leicht, ihren Gefährten die Treue zum DonnerClan zu beweisen, denn schließlich hat sie ihn schon einmal verlassen. Ihre Schwester Veilchenglanz hingegen versucht verzweifelt, über ihren verletzten Stolz hinwegzukommen, dass Zweigpfote den DonnerClan erneut ihr vorgezogen hat.

Auch der FlussClan hält sich weiterhin von den anderen Clans fern. Die Grenzen sind geschlossen und wer sich zu nahe an den Grenzen aufhält, wird als Feind betrachtet. Zumindest so lange, bis ein Feuer den FlussClan bedroht. Denn ohne die Hilfe der anderen Clans können die FlussClan-Krieger niemals aus ihrem Lager entkommen …


Bibliograhpische Daten

Titel: Warrior Cats. Vision von Schatten – Fluss aus Feuer
Autorin: Erin Hunter
Übersetzung: Anja Hansen-Schmidt
Genre: Fantasy
Format: Hardcover
Verlag: Beltz & Gelberg
Reihe: Warrior Cats VI / Bd. 5


Meine Meinung

Wie bei jedem Warrior Cats Buch kann ich auch hier fast nur Gutes sagen, was den Schreibstil angeht. Ich mag es, dass mal nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde, weil das noch mal ein besseres Verständnis der Lebensweisen der Katzen hervorruft.

Außerdem gab es an vielen Stellen wirklich humorvolle Stellen, bei denen ich einfach laut lachen musste – meistens war das mal wieder Häherfeder zu verschulden mit seiner grummeligen Art. Zudem wurde ich von dem Buch mitgerissen, was nicht nur an der Handlung, sondern eben auch am Schreibstil lag.

Ich mag es, dass aus drei verschiedenen Sichtweisen geschrieben wurde, also aus der Sicht von Veilchenglanz, Zweigpfote und Erlenherz gleichermaßen, und dass jeder dieser drei Charaktere immer ein ganzes Kapitel hatte und dass nicht einfach mittendrin die Perspektive gewechselt wurde. So hat man sehr viel über das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven herausgefunden und das wiederum hat die Spannung erhöht.

Leider gab es allerdings zwischendurch Formatierungsfehler, also wurde manchmal einfach so ein Satz kursiv gedruckt, obwohl er gar nichts mit den richtigen Gedanken der Charaktere zu tun hatte. Ein paar Rechtschreibfehler habe ich leider auch gefunden, und zu meinem Bedauern muss ich feststellen, dass das besonders ab der vierten Staffel immer mal so war.

Die Idee des Buches fand ich ganz gut, allerdings hat mir irgendwie etwas gefehlt. Das Feuer war eine Katastrophe, die schon ziemlich oft in der Reihe aufgetaucht ist, beispielsweise in der ersten Staffel in „Vor dem Sturm“, in der dritten Staffel in „Lange Schatten“, und wenn ich mich nicht irre, auch schon in einem Special Adventure. Gefallen hat mir allerdings, dass man sehr deutlich erkennen konnte, wie sich der WolkenClan noch an die Gesellschaft der andere Clans gewöhnen musste, weil er einfach noch nicht mit allen Sitten und Bräuchen vertraut war, obwohl er damals von Feuerstern und Sandsturm vieles beigebracht bekommen hat.

Die Umsetzung der Idee fand ich aber eigentlich ganz gut. Und ja, ihr habt es schon herausgehört: das Aber. Denn obwohl durch die vielen auftauchenden Probleme und die neue Prophezeiung ein klarer Spannungsbogen aufgebaut wurde, war die Prophezeiung für mich schon ziemlich einfach zu durchschauen. Es gab schon so viele interessante und zum Nachdenken anregende Prophezeiungen in der Reihe, dass mich diese eindach enttäuscht hat. Beinahe kam es mir so vor, als hätten die Autorinnen langsam keine neuen Ideen mehr.

Außerdem fehlte mir leider der Anschluss zum vorherigen Band. In der Zwischenzeit ist sehr viel passiert, was man jedoch noch nicht wissen konnte, wenn man zwischen dne beiden Teilen nicht schon das Special Adventure „Tigerherz‘ Schatten“ gelesen hat. Das liegt noch auf meinem SuB, und wahrscheinlich hätte es mehr Sinn ergeben, wenn ich zuerst danach gegriffen hätte, anstatt davon auszugehen, dass die Staffel auch ohne diesen Zusatzband komplett verständlich zu lesen wäre.

Was mich in der sechsten Staffel von Anfang an gestört hat, war außerdem die Tatsache, dass in der Hierarchie die Schüler einfach ausgelassen wurden, und das hat sich leider auch bei diesem Band nicht geändert.

Mein letzter Kritikpunkt, bevor es mit den Pluspunkten weitergeht, ist ein kleiner Logikfehler, der mir aufgefallen ist. Denn als Efeusee die Jungen von Rauchklang bekommt, wird beauptet, dass Efeusee die Tochter von Rußherz ist, obwohl eigentlich Rauchklang ihr Sohn ist.

Das war’s erstmal, was ich am Buch zu bemängeln hatte, aber trotz dieser relativ geringfügigen aber vielen Punkte konnte mich das gute Stück mit einigen Sachen auch voll von sich überzeugen. Zwar nicht so sehr wie andere Bücher, aber gefallen hat es mir trotzdem sehr gut.

Beispielsweise war der Nervenkitzel an einigen Stellen so hoch, dass ich mein eigenes Herz die ganze Zeit klopfen gehört habe, während um mich herum alles verschwommen ist. Ich war komplett im Buch drin, trotz der teilweise unbeabsichtigten Fehler, und ich kann auch endlich etwas zu meiner Liste hinzufügen: Ich habe endlich ein Buch gefunden, bei dem ich laut weinen musste.

Wirklich. Das sage ich nicht zum Spaß oder weil ich angeben will. Meine Gefühle haben mich in diesem einen Moment einfach überwältigt und ich habe richtig losgeschluchzt, als ein Charakter gestorben ist, den ich sehr geliebt habe wegen seiner Charakterstärke. Aber ich werde weder sagen, aus welchem Clan der Charakter kommt, noch wie er heißt oder welches Geschlecht er hat. Wer es unbedingt wissen will, kann mich ja gern anschreiben, aber ich möchte unbedingt von Spoilern absehen, weil ich das nicht fair fände für die, die das Buch noch nicht gelesen haben, es aber noch wollen.

Was mir ebenfalls gefallen hat, war der nicht allzu dramatische Cliffhanger am Ende, der zwar neugierig macht, was im nächsten Band passiert, der aber auch zulässt, dass man guten Gewissens erst mal eine Pause machen kann, ohne ständig über die Geschehnisse nachdenken zu müssen.

Neben den vielen Problemen, die ich oben bereits erwähnt hatte, ist übrigens auch das Alltagsleben in den Clans nicht zu kurz gekommen, was gut ist, da mir dieses Buch wahrscheinlich nicht so gut gefallen hätte, wenn es nur aus Action bestanden hätte.


Fazit

Ich muss zwar sagen, dass ich einige Kritikpunkte an diesem Buch habe, aber letztlich überwiegen für mich doch die Pluspunkte. Beispielsweise, dass mich meine Emotionen überwältigt haben, sodass ich weinen musste – das erste Mal, muss ich dazu sagen.

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